Mittwoch, 18. Oktober 2017

Was wäre wenn - oder was mir fehlt

Letzten Samstag war ich bei meiner Freundin zum Kaffeetrinken. Dort sind wir immer eine recht gemischte Runde - also altersmäßig.... und nur Frauen. 
Ich wurde gefragt, wie es mir geht und wie es daheim und speziell mit Mann läuft. 

Eine Bekannte kann mich sehr gut verstehen, da ihr Ex, zwar nicht durch Krankheit bedingt, die gleichen "Anwandlungen" wie meiner hatte.

Was ich seit dem Schlaganfall vermisse, ist das Interesse - das Wahrnehmen meiner Person. 
Ein paar Mal habe ich daran gedacht, jemand professionelles dafür zu engagieren.
Nicht für das körperliche - ich denke, das könnte ich in einem Swingerclub günstiger bekommen und hätte womöglich auch noch mehr "Auswahl" *lach*.

Nein... es geht um Kommunikation, Interesse, Anteilnahme, Wahrnehmung... vielleicht auch ein bisschen Zuneigung..... 
dabei muss sie gar nicht von einem männlichen Wesen kommen.... ich war schon immer Frauen nicht ganz abgeneigt..... 

Mir fehlt eine Freundschaft, die etwas über die Freundschaft hinaus geht....mal in den Arm genommen werden....  das eben, was mir meine andere Hälfte nicht mehr geben mag oder kann.

Ich frage mich, ob es mutig oder feige wäre sich zu trennen. ....

Kommentare:

  1. Hej Gusta,
    Hmmm, das ist schwierig...ich kenne das und kann dich da voll verstehen,man lebt dann nur so nebeneinander her. Und das ist eben die Frage, du bist ja noch kein altes eisen. Kann man das so hinnehmen die nächsten 20 jahre? Wenn man nicht mehr wahrgenommen wird,es keinen austausch mehr gibt. Oder geht man dabei dann selbst kaputt? So wie ich dich kenne,brauchst du keinen mann an deiner seiteum jeden preis:-) aber klar,eine ehe schmeisst man auch nicht so ohne weiteres weg. Wenn es durch den schlaganfall kommt ist die chance relativ gering,das wieder alles so wird,wie vorher.dazu kommt dann, das man sich in einer beziehung sowieso voneinander entfernt mit den jahren,besonders wenn die interessen dann auseinandergehen. Schlimm,wennman nicht mehr zusammen lachen und reden kann....wäre die situation jetzt die gleiche ohne das dein mann einen schlaganfall gehabt hätte, würden doch alle sagen,mensch trenn dich doch! Aber wenn einer krank ist, hat man selbst ein schlechtes gewissen und andere sage,man lässt den anderen in so einer situation im stich...schwierig! Andererseits hat man nur dieses eine leben und man muss es einfach so leben das es einem gut geht.sonst wird man auch nicht glücklich und der partner ja auh nicht. Vielleicht noch mal eine therapie? Und wenn sich gar nichts positiv verändert,eben doch eine trennung...ganz lg aus dänemark,ulrike :-)

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  2. Liebe Gusta,
    ich finde schon sehr mutig, wie du deine Gedanken und Situation offenbarst. Es ist sehr schwer in solchen Sachen eine objektive Meinung zu haben, einen Ratschlag zu geben... es ist schwer die richtigen Worte zu finden, vor allem wenn man ähnliche Dinge erlebt hat! Ich fange lieber damit an zu sagen, dass ich in keinster Weise verbittert bin. Wie meine zweite Trennung gelaufen war, finde ich immer noch nicht so toll, sogar etwas unfair wie diese Zeit danach gelaufen war. Dennoch finde ich, dass Markus für sich die richtige Entscheidung getroffen hat. Niemand ist gezwungen unglücklich zu leben, weil wie Ulrike das schon sagte, wir haben doch nur dieses eine Leben und wir wissen nicht, wie lange wir auf dieser Welt leben dürfen. Du musst nur in dich gehen und da deine Antworte versuchen zu finden. Die Leute reden immer und können immer alles besser, wenn es um andere geht! Heute hat man ein Meer an Menschen um sich herum und morgen ist kein Mensch da, gerade wenn man sie am meisten bräuchte. Selbst als Ersthelfer darf man sich nicht opfern! Ich glaube die Metapher ist zu verstehen!
    Ich wünsche dir viel Mut und Kraft auf der Suche nach deiner Entscheidung und für das Weitere.
    Liebste Grüße,
    Betty



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  3. Liebe Gusta,
    ich kenne das auch, wenn auch ohne Schlaganfall,
    du musst dir genau überlegen, was du machst, ich hätte das schon vor 20 Jahren machen sollen, aber was kommt danach, kann ich mir eine Wohnung leisten, ohne Sozialhilfeempfänger zu werden, soll ich ihm das Haus, das wir zusammen gebaut haben, einfach so überlassen, oder geht er und du musst die Kosten übernehmen????
    Alles sehr schwierig, ich bin im Moment soweit, dass ich das Ganze erstmal aussitze und hoffe, dass es irgendwann eine gute Lösung gibt, mit der man Leben und zurecht kommen kann.
    Ich drück dich ganz fest.
    Liebe Grüße Nähoma

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